B e r i c h t e

20. Februar 2021

Datum: 20.02.2021 www.netvent.de

Quelle:

https://kenfm.de/history-luther-beendet-das-lukrative-geschaeft-mit-der-todesangst/
 

Beitrag 94

Luther beendet das lukrative Geschäft mit der Todesangst


 

Der Buchautor und Publizist Hermann Ploppa erläutert in HIStory kurz und sachlich historische Daten und Jahrestage von herausragenden geschichtlichen Ereignissen. Dabei werden in diesem Format Begebenheiten der Gegenwart, die mit einem Blick in die Vergangenheit in ihrer Bedeutung besser einzuordnen sind, künftig alle 14 Tage montags in einen geschichtlichen Kontext gebracht.


 

Das Thema heute: Luther beendet das lukrative Geschäft mit der Todesangst – Die Ablassbriefe und ihre Abschaffung

Große Unternehmen, große Staaten, große Klöster, große Kirchen, große Nichtregierungsorganisationen: sie alle sind nie zufrieden mit dem Status Quo und wollen stattdessen noch immer größer und größer werden. Es liegt in der Natur der Sache: ein Organismus kann nur überleben, wenn er wächst. So scheint es jedenfalls. Aber auch die persönliche Raffgier der Lenker dieser Organismen wird immer größer. So explodiert mit der Zeit der Bedarf nach frischem Geld. Und immer wieder lässt sich frisches Geld möglichst rasch nur durch die Erzeugung von Angst herbeischaffen. Auf das Schockerlebnis mit den zusammenstürzenden Twin Towers am 11. September 2001 folgt eine gigantische Aufblähung der Rüstung und der Sicherheitsindustrie. Und die Wachstumsexplosion der Biotechnologie führt augenblicklich gerade zum Geschäft mit der Angst durch den Seuchentod dank Corona.

Ich möchte heute zeigen: das war immer schon mal so. Und es gab auch immer wieder erfolgreichen Widerstand gegen diese Exzesse.

Nehmen wir nur mal die Geschichte um den Augustinermönch und Theologieprofessor Doktor Martin Luther. Der hat bekanntlich am 31. Oktober 1517 an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg seine 95 Thesen angenagelt. Diese Tat soll dann sozusagen durch die Schlagkraft der besseren Argumente den Exzessen der Katholischen Kirche den Garaus gemacht haben. Da gehört aber sicher mehr dazu, um so einen korrupten Apparat zum Einlenken zu bewegen, als nur gute Worte. Denn schon früher hatten reihenweise kluge Leute den Alleinvertretungsanspruch der Heiligen Mutter Kirche anzuzweifeln gewagt. Nur ging es diesen Leuten dann nicht mehr so gut und sie landeten auf dem Scheiterhaufen, wie z.B. Jan Hus. Oder sie verschimmelten in Kerkern.

Also: was war bei Martin Luther anders als bei seinen unglücklichen Vorgängern?

Zunächst mal: was war das Ungeheuerliche an Luthers 95 Thesen? Das Anschlagen von Thesen war damals eine akademische Sitte. Ein Doktor, der was Neues ausdiskutieren wollte, stellte seine Thesen der Öffentlichkeit vor. Dann kamen andere Doctores daher und sagten: das sehe ich aber ganz anders! Ich lade zu einem Streitgespräch ein. Das Ungeheuerliche lag lediglich darin, dass Luther in seinen 95 Thesen der Katholischen Kirche das Recht abspricht, sich als Vermittler zwischen den Glaubenden und Gott aufzuspielen.

Im Laufe der Jahrhunderte hatte sich eine Kaste müßiggängerischer Kleriker von der hart arbeitenden Bevölkerung durchfüttern lassen. Die Gegenleistung der Kirchenleute bestand darin, als Anwälte der Laien bei Gott ein gutes Wort einzulegen. Inwieweit die Seelen der Verstorbenen von der diesseitigen Fürsprache der Kleriker profitieren konnten, ist uns naturgemäß nicht möglich zu beurteilen. Jedenfalls lebte es sich als Kleriker entweder im Kloster oder in der Gemeinde auf diese Weise ganz komfortabel. Und nun kommt dieser Martin Luther plötzlich daher und sagt: kein Mensch braucht diesen Klerikerstand, um bei Gott besser angeschrieben zu sein. Denn Gott ist selber klug genug um zu beurteilen, welchem Menschlein er die Gunst seiner Gnade zukommen lässt, und wer in der Hölle auf ewig verschmoren muss.

Und dieser Martin Luther, der keinem verbalen Handgemenge aus dem Weg geht, ist nicht irgendjemand. Sondern Mitglied im angesehenen Augustinerorden und obendrein als Theologieprofessor der führende Bibelausleger in Deutschland. Das kann man nicht so einfach ignorieren, wenn so einer dann mal eben ganz ungeniert, und später auch in deutscher Übersetzung kundtut: wir brauchen Euch Priester und Pfaffen nicht!

Die Stimmung war sowieso schon gereizt. Denn am 31. März 1515 hatte Papst Leo der Zehnte seine so genannte Ablassbulle erlassen.

Was man dafür wissen muss: Laut Offenbarung des Johannes ist der Mensch nach seinem Ableben erst einmal genauso tot wie ein Stein. Erst wenn die Endschlacht zwischen den Himmlischen Heerscharen und den teuflischen Streitmächten in Armageddon stattfindet, nach dem tausendjährigen Reich, erst dann wird der Tote wieder eingefleischt – re-inkarniert – , mit Waffen und Rüstung ausgestattet, um bei den Himmlischen Heerscharen mitzukämpfen. Nach erfolgreicher Vernichtung der satanischen Heerscharen wird dann Petrus die Personalakte durchackern und dann entweder sagen: hinauf mit Dir in das Paradies! Oder: Hinab in die ewige Hölle!

Nun hatte sich aber, je mächtiger die Katholische Kirche wurde, ein neues Reich zwischen irdischem Leben und Himmel oder Hölle immer mehr herauskristallisiert: das so genannte Fegefeuer. Die Seele des Verstorbenen bruzzelt hier bei mittlerer Temperatur bis zur Entscheidung. Es gibt nur zwei Textstellen in der Bibel, die man mit viel gutem Willen als Beleg für die Existenz eines Fegefeuers herbeiholen kann.

Aber diese Produktinnovation der Angstindustrie kam jetzt voll zum Einsatz. Denn der Vatikan in Rom plante umfassende Bauinvestitionen in den Petersdom. Er bekam jedoch gerade keine neuen Kredite von den oberitalienischen Banken. Und auch der Bischof von Mainz, Albrecht von Brandenburg, hatte sich verkalkuliert und konnte fällige Kredite der Augsburger Fugger-Bank nicht zurückzahlen.

Jetzt also die geniale Lösung der frommen Geldprobleme. Die Gläubigen konnten die Zeitspanne im Fegefeuer dadurch verkürzen, dass sie so genannte Ablassbriefe von der Kirche kauften. Eine soziale Komponente war in dem Geschäftsmodell auch enthalten. Denn wer kein Geld hatte, der konnte stattdessen gute Werke tun. Das reicht zur Not auch. Ein Herr Tetzel zog durch Deutschland und beherrschte bereits die Klaviatur der Public Relations mit seinem eingängigen Werbespruch: „Wenn die Münze in der Kasse klingt, die Seele in den Himmel springt!“

Die Leute draußen im Lande waren ganz versessen darauf, sich rechtzeitig einen Ablassbrief zu kaufen. Aus dem Kurfürstentum Sachsen, das den Ablasshandel auf seinem Territorium untersagte strömten die Leute in die Nachbarländer, um noch ein Schnäppchen bei der transzendentalen Straferleichterung zu ergattern.

Doch in der Kirche selber führte der Ablasshandel zu massiver Verärgerung. Die so genannten parochialen Priester, die vor Ort die Gemeinden betreuten und auf Abgaben ihrer Schäflein dringend angewiesen waren, bekamen nämlich von dem Geldregen nichts ab.

Denn die Gelder wurden von den mönchischen Orden wie den Franziskanern und vor allem den Dominikanern eingesammelt. Einen Teil durften sie behalten. Ein größerer Teil ging zum Papst, dem die Ordensbrüder direkt unterstellt waren.

Professor Doktor Martin Luther gehörte dem Augustinerorden an. Im Augustinerorden brodelte es bereits. Denn die Augustiner haben den Kirchenvater Augustinus von Hippo als ihren Namenspatron. Und so ist es kein Zufall, wenn Luther sich als Theologe jetzt auf die alten Kirchenväter Augustinus und Paulus beruft. Beide Patriarchen bilden aber eine Zeit ab, als es den aufgeblähten Apparat der Katholischen Kirche noch gar nicht gab. Als die Kirchengemeinden noch ziemlich versprengt vor sich hinwurschtelten. Damals war auch der Papst lediglich der Bischof von Rom. Je mehr aber sich ein Netzwerk des Katholizismus über ganz Europa legt, umso mehr gelingt es den Päpsten in Rom, dieses raffinierte Gewebe um sich zu zentrieren.

Wer die Daten hat, hat die Macht. Das galt schon im Mittelalter. Kaiser wurden deutsche Könige dagegen erst, wenn der Papst ihnen die Kaiserkrone aufsetzte. Die Krone steht ja für die auratische Ausstrahlung des Königs. Denn der König hatte auch spirituelle Kräfte, so glaubte man. Die Berührung eines Kranken durch den König konnte eine Wunderheilung auslösen. Damit ist allerdings im Jahre 1077 Schluss. Da sagt nämlich Papst Gregor der Siebte, ein Zwerg von ein Meter Fünfzig, zum König: hör mal zu! In Zukunft bin ich die Nummer eins in Europa! Das sieht König Heinrich der Vierte von Deutschland zunächst nicht ein. Doch Gregor hat mit dem Netzwerk der barmherzigen Mutter Kirche den armen Heinrich so mit Intrigen zugeballert, dass dieser dann im Bußgang in klirrender Kälte in Canossa darauf wartet, bis Gregor der Siebte ihm vergibt und ihn freundlicherweise nicht aus der Kirche ausschließt.

Von da ab war klar, dass kein weltlicher Herrscher gegen den Papst aufmucken konnte. Daran änderte auch das Schisma nichts: dass nämlich zwischenzeitlich die Könige sich ihre eigenen Päpste wählten gegen konkurrierende Päpste. Zugleich war der Apparat der Kirche aber auch immer mehr zum Selbstzweck geworden. Der Glaube wurde eingezwängt in die Regelwerke des griechischen Philosophen Aristoteles. Trotzdem blieb immer ein Rest Unlogik, den der berühmteste Scholastiker Thomas von Aquin dann so ausfüllte:

Credo quia absurdum est – Gerade weil es absurd ist, glaube ich.

Im ausgehenden Mittelalter dominierten in der Santa Ecclesia Katholica die Juristen. Gegen das gemeine Volk schirmte man sich ab, indem man sich auf Latein unterhielt. Die Reaktion des gemeinen Volkes und frühbürgerlicher Kreise war dabei immer anwesend. Gerade im dreizehnten Jahrhundert liefen der Kirche die Gläubigen in hellen Scharen davon. Neue Mischreligionen mit indischen und persischen Wurzeln machten sich breit im Balkan und am Mittelmeer. Diese Ketzer musste die Kirche militärisch niedermetzeln lassen von ergebenen Fürsten. Die Waldenser wollten einen hierarchiefreien christlichen Glauben praktizieren.

Deren Begründer Valdes ließ die Bibel bereits im dreizehnten Jahrhundert in die Landessprache übersetzen. Der Waldenser schaufelte sich eine große Grube, stieg hinein und „grübelte“ über seine Beziehung zu Gott. Dazu braucht‘s keine Priester. Doch die Waldenser wurden ebenfalls brutal vertrieben und verzogen sich in unwegsame Gebirgstäler. Urkommunistische Gemeinden verbreiteten sich. Und die Adamiten liefen die ganze Zeit nackt herum, um Gott ganz besitzlos entgegenzutreten. In Deutschland predigten die Mystiker wie Meister Ekkehard den priesterlosen intuitiven Glauben.

Luther war von dem deutschen Mystiker Tauler sehr beeindruckt. Auch die Lehren des englischen Reformators William Ockham hatte er gelesen. Auch Jan Hus war Luther wohl bekannt. Der mächtige Protest gegen die geschäftlichen Ambitionen des sich immer weiter ausbreitenden katholischen Klerus kam somit keinesfalls aus dem Nichts. Dass die Katholische Kirche Martin Luther nicht einfach pyrotechnisch entsorgen konnte wie Jan Hus hundert Jahre zuvor, war einem geopolitischen Glücksfall geschuldet.

Denn einige deutsche Kurfürsten waren wütend, dass immer mehr Geldmittel aus Deutschland abgezogen wurden nach Rom. Deswegen machte Kurfürst Friedrich der Dritte, von seinen Anhängern „der Weise“ tituliert, seinen Herrschaftsbereich Sachsen zur Basis des intelligenten Widerstands gegen die päpstliche Anmaßung.

Immer wieder schützt Friedrich der Weise den Martin Luther. Der Vatikan fordert Luthers Auslieferung aus Sachsen. Oder Luther soll aus Sachsen rausgeschmissen werden, um dann sofort den Häschern des Papstes in die Hände zu fallen. Friedrich weigert sich. Die Dominikaner klagen Luther der Ketzerei an. Klar. Die „Hunde des Herrn“, wie sich die Dominikaner selber nennen, verdienen ja als Franchisenehmer des Vatikans selber ganz wunderbar an den Ablassbriefen. Das Geschäft mit der Angst läuft super.

Unter dem Schutz Friedrichs kann Luther sich mit dem päpstlichen Abgesandten Cajetan im Augsburger Stammhaus der mächtigen Fugger-Bank, der damaligen Goldman Sachs, treffen. Weil aber nichts dabei rauskommt, verdrückt sich Luther wieder und lässt Cajetan ganz kackfrech wissen: „Ich bin dann mal weg!“ Und weil die geopolitische Lage für den Papst nicht günstig ist, bietet der Papst großzügig an, die Sache geräuschlos zu beerdigen.

Doch Luther haut bei der Leipziger Disputation mit katholischen Gelehrten im Juli 1519 noch einen drauf. Jetzt sagt er auf einmal: die Katholische Kirche hat überhaupt nicht das Monopol, für alle Christen zu sprechen! Der Papst ist durchaus in der Lage, zu irren. Den gelahrten Herrschaften bleibt die Spucke weg. Nun antwortet der Papst mit einer so genannten Bann-Androhungsbulle. Soll heißen: wenn Luther nicht endlich den Mund hält, wird ein Bann über ihn verhängt, mit anschließender Exkommunikation und nachfolgender Verbrennung. Und ewige Hölle inclusive.

Luther antwortet mit seinem Buch „Von der Freiheit eines Christenmenschen“, wo er noch einmal auf gut Deutsch klarmacht, dass Gott sich im Gnadengeschehen von den Klerikern nicht reinquatschen lässt; die Kleriker also schlicht überflüssig sind. Amen. Luthers Chefideologe Philipp Melanchthon entfacht auf dem Wittenberger Schindanger ein herrliches Feuer. In dieses Feuer schleudern Luthers Fans sodann die aus ihrer Sicht übelsten Machwerke des Katholizismus hinein. Schließlich kommt noch Brausekopf Luther himself und schleudert eine Abschrift der päpstlichen Bannandrohungsbulle ins Feuer. Unglaublich! Dem Papst bleibt nun nichts anderes übrig als Luther am 3. Januar 1521 zu exkommunizieren und die Bannbulle gegen den aufsässigen Sachsen in Kraft zu setzen. Das wäre in früheren Zeiten das automatische Todesurteil gewesen. Nicht so bei Luther.

Warum? Nun, es kommen einige Ereignisse zusammen. Das wichtigste Ereignis war, dass 1519 Kaiser Maximilian der Erste stirbt. Ein neuer Kaiser muss gewählt werden. Denn im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation gibt es keine Erbmonarchie. Die Macht soll aber im Hause Habsburg bleiben, und so ist jede Stimme wichtig. Gewählt wird der neue Kaiser von sieben Kurfürsten. Einer von den sieben ist Kurfürst Friedrich von Sachsen. Zu ihm müssen die Habsburger also schön nett sein, damit er für Maximilians Enkel König Carlos von Spanien stimmt. Das tut Friedrich.

Damit ergibt sich wiederum für den Papst eine neue ungemütliche Situation: denn der junge Carlos bringt in das Heilige Römische Reich, dem mächtigsten Widerpart der Kurie, noch die beiden sizilianischen Reiche ein. Damit befindet sich der Vatikan plötzlich umklammert von den Habsburgern in Süditalien und Norditalien. Der Papst darf also jetzt auch niemanden provozieren: weder den zukünftigen Kaiser Karl den Fünften und erst recht nicht Friedrich den Weisen von Sachsen. Von daher erklärt sich die wachsweiche Haltung gegen den Häretiker Luther, der jetzt im Jahre 1521 zum Reichstag nach Worms zitiert wird. Wie ein Todeskandidat kommt Luther nicht nach Worms.

Die Stadt Wittenberg stellt ihm eine für damalige Verhältnisse komfortable Kutsche, und seine Spesen bezahlen ebenfalls die Bürger von Wittenberg. Im Foyer des Wormser Reichstags raunt dem Luther ein Edelmann zu: „Mönchlein, Mönchlein, du gehest einen schweren Weg!“ Doch Luthers mächtiger Gönner Friedrich ist auch da und hält die Hand über Luther. Und so sagt Luther vor dem Kaiser Karl dem Fünften der versammelten Mannschaft:

Textzitat:
„… wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde; denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, daß sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!“

Wäre eigentlich ein Fall für die warme Hinrichtung, oder? Nicht so bei Luther. Im diskreten Gespräch im Hinterzimmer wird noch einmal versucht, Luther zum Widerruf zu überreden. Luther lehnt ab. Und anstatt dass Luther nun den blutrünstig grinsenden Henkern übergeben wird, lässt der Kaiser ihn am 25. April wissen, dass er sich davonmachen soll. Und dabei ist überhaupt noch kein Urteil gesprochen!

Luther macht sich auf nach Wittenberg. Und er weiß, dass der Kaiser und Kurfürst Friedrich längst einen Deal abgemacht haben, den man in etwa so zusammenfassen kann: wenn Friedrich den Luther für ein Jahr verschwinden lässt, wird der Kaiser nichts gegen Luther unternehmen. Und Luther schreibt an Lukas Cranach: „Ich laß mich eintun und verbergen, weiß selbst noch nicht wo.“

Auf dem Rückweg nach Wittenberg lässt Friedrich Luther scheinbar entführen. Luther ist sodann für ein Jahr auf der Wartburg unter dem Schutz des Kurfürsten. Und Luther hockt keineswegs die ganze Zeit als angeblicher Junker Jörg auf der Wartburg.

Einigermaßen unbehelligt reitet Luther nach Wittenberg und gibt seinem dortigen Think Tank unter Melanchthon Anweisungen. Melanchthon wiederum gibt Luther den Tipp, doch mal das Neue Testament ins Deutsche zu übersetzen. Was Luther dann auf der Wartburg auch macht. Die Reichsacht wurde über Luther erst einen Monat nach dem Reichstag zu Worms verhängt. Da war Luther längst in Sicherheit. Die Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche hatte allerdings für Luther überraschende Kollateral-Effekte. Denn überall in Deutschland lasen jetzt die einfachen Leute, was wirklich in der Bibel stand. Da war die Rede von der Gleichheit aller Menschen. Von ihrer Gleichwertigkeit. Die sozialistischen Gedanken der Bergpredigt.

Massenhaft revoltierten die Menschen. Das war für Luther zu viel. Er hatte lediglich daran gedacht, dem parasitären Klerus die Flügel zu stutzen. Dass nun die Bauern aufmüpfen, ging dem Theologen zu weit. Der Bauernführer Müntzer sei der „Erzteufel von Mühlhausen“. Luther giftete: „Drum soll hie zuschmeißen, würgen, und stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, denn ein aufrührerischer Mensch, gleich als wenn man einen tollen Hund totschlagen muß, schlägst du nicht, so schlägt er dich und ein ganzes Land mit dir.“

Aber der Fortschritt ließ sich nicht mehr aufhalten. Und das perverse Geschäft mit der Angst der Menschen fand schließlich ein Ende. Auf dem Trienter Konzil verfügte Papst Pius der Fünfte, dass der Ablass zwar weiter bestehen bleibt, dass damit aber kein Geld mehr verdient werden darf. Das zeigt: der Kampf gegen das perverse Geschäft mit der Angst der Mitmenschen kann Erfolg haben, wenn sich die Interessen der kleinen Leute mit den Interessen von Leuten aus dem Machtapparat verbindet in einer intelligenten Weise. Luther hat das bewiesen.

Wir lernen aus der Vergangenheit, wie wir die Zukunft besser machen.

Quellen:

  • Achim Mayer: Fegefeuer und Bettelorden: Päpstliches Marketing im 13. Jahrhundert – Ein Beitrag zur Unternehmensgeschichte der katholischen Kirche unter Einsatz der Franchisetheorie. Marburg 1996

  • Volker Leppin: Die fremde Reformation. Luthers mystische Wurzeln. Beck, München 2016,

  • Christopher Spehr: Luther und das Konzil. Zur Entwicklung eines zentralen Themas in der Reformationszeit. Mohr Siebeck, Tübingen 2010

  • Volker Leppin: Die fremde Reformation. Luthers mystische Wurzeln. Beck, München 2016

  • Heinz Schilling: Karl V. Der Kaiser, dem die Welt zerbrach. Beck, München 2020

  • Bernhard Lohse: Luthers Theologie in ihrer historischen Entwicklung und in ihrem systematischen Zusammenhang. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1995

  • Peter Zimmerling: Evangelische Mystik. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015

Kommentar netvent.de:

Nun, dass sei nur ein weltgeschichtlich außerordentlich wichtiges Ereignis, nämlich die Trennung des Christentums in katholisch und protestantisch ( schon einige Jahrhunderte vorher, 1054, war ja eine Trennung zwischen Ost – und Westkirche erfolgt, also das orthodoxe Christentum war entstanden, und nur einige Jahre später, 1534, erfolgte die Abspaltung der anglikanischen Kirche vom Katholizismus ).

Auf unsere heutige Zeit bezogen, also auf die unerträglich gewordenen Freiheitsbeschränkungen im Namen einer „angeblichen“ Pandemie, und die darauf aufbauenden Angstpsychosen durch Politik und Mainstreammedien, kann es doch nur heißen: „Es ist genug der diktatorischen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung einer langsam sterbenden Gesellschaftsordnung, nämlich des zinsbehafteten Kreditsystems, der Neokapitalismus hat ausgedient!“

Allein die im obigen Text aufgeführten Worte Martin Lithers:

„… wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde; denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, daß sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!“

müßten selbst den unkritischten Geistern einen Weg des Nachdenkens öffnen, denn der Zusammenbruch und die Trennung folgte doch schon fast stehenden Fußes.

Zudem möchte ich dann noch die letzten Worte dieses Berichtes des Autors, Hermann Ploppa wiederholen:

- - - Aber der Fortschritt ließ sich nicht mehr aufhalten. Und das perverse Geschäft mit der Angst der Menschen fand schließlich ein Ende. Auf dem Trienter Konzil verfügte Papst Pius der Fünfte, dass der Ablass zwar weiter bestehen bleibt, dass damit aber kein Geld mehr verdient werden darf. Das zeigt: der Kampf gegen das perverse Geschäft mit der Angst der Mitmenschen kann Erfolg haben, wenn sich die Interessen der kleinen Leute mit den Interessen von Leuten aus dem Machtapparat verbindet in einer intelligenten Weise. Luther hat das bewiesen.

Wir lernen aus der Vergangenheit, wie wir die Zukunft besser machen.“ - - -

Ich könnte nun noch einige weitere Beispiele aus der Weltgeschichte hinzufügen, bei denen überholte und abgewirtschaftete Systeme ( Azteken, Adel, Königtum, Perserreich, Römisches Reich, Drittes Reich, Kommunismus ( Sowjetunion ) etc. an ihr Ende gelangt waren. Im Rahmen dieses Beitrages sollte das jedoch erst einmal genügen.

Fazit: Der Neokapitalismus liegt in den letzten Zügen. Lasst ihn uns möglichst gewaltlos und produktiv zu Grabe tragen. Beginnen wir mit der wahren Geschichte einer Aufschub leistenden, verlogenen Pandemie.

Und hier zum wiederholten male: Ja, das Virus SARS – CoV 2 gibt es. Nur die darauf gründenden Maßnahmen sind erschreckend diktatorisch und vollkommen zweckentfremdet.

 

12. Februar 2021

Datum: 12.02.2021 www.netvent.de

Quelle:

https://clubderklarenworte.de/wp-content/uploads/2021/02/Die-Psychologie-der-Gedankenkontrolle.-Meerloo-Hirsch-.pdf

 

Beitrag 93

Erstveröffentlicht im Club der klaren Worte

von Prof. Dr. rer. nat. Oliver Hirsch

4.1.2021

Die Psychologie der Gedankenkontrolle, des Mentizids und der Gehirnwäsche


 

Joost Meerloo (1903-1976), ein niederländischer Arzt und Psychoanalytiker, der in den USA an der Columbia University und an der New York School of Psychiatry lehrte, verfasste sein Buch „The Rape of the Mind. The Psychology of Thought Control, Menticide, and Brainwashing“ 1956 als Reaktion auf seine Erfahrungen im Widerstand gegen die nationalsozialistische Okkupation seines Landes. Das Buch gliedert sich in vier Teile: die Techniken zur individuellen Unterwerfung, die Techniken zur Massenunterwerfung, unauffälliger Zwang, Suche nach Verteidigungsmöglichkeiten. Im Folgenden möchte ich meine subjektive Zusammenfassung der aus meiner Sicht jeweils zentralen Punkte darstellen.

 

Techniken zur individuellen Unterwerfung

Bezüglich der individuellen Unterwerfung geht Meerloo davon aus, dass ein totalitärer Staat Bedingungen schaffen kann, in denen jeder Mensch jedem gewünschten Inhalt zustimmen wird, und zwar durch konstante Demütigung und psychische Folter. Alles Wissen könne zum Guten oder zum Bösen verwendet werden, die Psychologie sei gegen dieses allgemeine Gesetz nicht immun. Gehirnwäsche ist eine systematische Indoktrination, Konversion und Selbstbeschuldigung, um Menschen wieder auf den gewünschten Kurs zu bringen, z.B. früher im Kommunismus. Meerloo prägt den zusätzlichen Begriff des „Mentizids“, welcher die Abtötung des eigenen Verstandes bedeutet. Dies ist ein organisiertes System aus psychologischer Intervention und Missbrauch der Justiz, durch das Oppositionellen die gewünschte Konformität aufgezwungen werden kann. Deren Geständnisse werden dann als Propaganda verwendet, um konstanten psychischen Druck auf die Bevölkerung auszuüben. Ziel ist, eine große Verwirrung zu stiften, so dass niemand mehr Wahrheit von Lüge unterscheiden kann. Der Gehirngewaschene befindet sich in einem Zustand der Panik, da seine Bewertungen und Normen untergraben wurden. Die Kernstrategie des Mentizids ist, alle Hoffnung, alle Vorfreude, jeglichen Glauben an eine Zukunft zu zerstören. Kräfte zur Förderung des Mentizids können sowohl innerhalb als auch außerhalb der Psyche ansetzen. Die modernen Möglichkeiten der Massenkommunikation bringen die gesamte Welt täglich in das eigene Wohnzimmer, es gibt kaum einen Rückzugsort von den ständigen verbalen und visuellen Angriffen auf die Psyche. Der Druck des täglichen Lebens treibt mehr und mehr Menschen an, einen einfachen Ausweg von der Selbstverantwortung und Mündigkeit zu suchen. Freie Menschen in einer freien Gesellschaft sollten die Angriffe auf ihre psychische Integrität erkennen und ebenso erkennen, was sie vor ihrer Verantwortung zurückweichen lässt, die die Demokratie und ihre Mündigkeit ihnen auferlegen. Meerloo geht davon aus, dass Elemente der klassischen Konditionierung von Pavlov für dieBeeinflussung des Einzelnen verwendet werden können. Das jeweilige Narrativ müsse nur oft genug in einfacher Form wiederholt und jede andere Form der Interpretation der Realitätunterdrückt werden. Allerdings basiere dies auf dem naiven Glauben, dass jede Kritik und jede kritische Prüfung im menschlichen Denken dauerhaft unterdrückt werden könne. Am Ende könne der Freiheitswillen des Menschen nicht unterdrückt werden. Dieser werde sich durchsetzen und wieder erwachen. Bis dahin würden jedoch zahlreiche Techniken angewandt, um dies zu verhindern. Die Experimente von Pavlov haben gezeigt, dass die Konditionierung am besten unter Isolationsbedingungen mit einem Minimum an ablenkenden Reizen funktioniert hat. Daher legen totalitäre Systeme Wert darauf, ihre Gegner zu isolieren, ihnen freies Reisen zu verbieten und sie somit von psychischer und politischer Kontamination fern zu halten. Einige von Pavlovs Tieren lernten besser mit Belohnung, andere lernten besser dadurch, dass sie Bestrafung vermeiden konnten. Derjenige, der die Gehirnwäsche durchführt muss folglich herausfinden, zu welcher der beiden Kategorien sein Opfer gehört. Ferner zeigte sich, dass die Konditionierung durch Langeweile oder durch die Wiederholung zu schwacher Signale gemindert wurde. Daher sollten häufigere Themenwechsel und das Verwenden von Angst als Basisemotion die Konditionierung aufrechterhalten. Meerloo sieht dafür insbesondere die Massenmedien geeignet, da diese festgefügte Muster in die Nervensysteme der Menschen implantieren könnten. Dies werde durch täglichen propagandistischen Lärm in Zusammenhang mit mächtigen verbalen Hinweisreizen erreicht, so dass sich die Menschen mit dem jeweiligen „Krachmacher“ identifizieren. Wichtig ist dabei, Schlagworte, Stereotype, Parolen und Symbole statt einer unverzerrten Darstellung der Realität zu verwenden. Die freie Diskussion und freier intellektueller Austausch behindern die Konditionierung. Gefühle von Terror, Angst, Hoffnungslosigkeit, Alleinsein und das Gefühl, mit dem Rücken zur Wand zu stehen, müssen erzeugt werden. Individuelle Selbstdarstellung ist verboten, private Zuneigung ebenfalls. Der friedliche Austausch von Gedanken in einer freien Konversation stört die Konditionierung und ist daher ebenso verboten. Verwirrung und Zweifel werden im totalitären Staat bereits als Verbrechen angesehen. Der Geist, der offen für Fragen ist, ist offen für eine abweichende Meinung. Unter einem totalitären Regime muss ein zweifelnder, neugieriger und ideenreicher Geist unterdrückt werden. Der totalitäre Sklave darf sich nur daran erinnern, zu sabbern, wenn die Glocke klingelt. Echte Emotionen wie Liebe und Lachen können jedoch diese Konditionierung durchbrechen.
 

Techniken zur Massenunterwerfung

Meerloo beklagt, dass das Wissen über psychische Prozesse dazu verwendet wird, Menschen zu zähmen und zu konditionieren, statt sie zu bilden. Die Kultur selbst produziere Männer und Frauen, die somit prädisponiert sind, einen autoritären Lebensstil zu akzeptieren. Es sei verstörend zu sehen, dass sogar intelligente Menschen keinen gerade denkenden Verstand hätten. Es ist sehr schwierig, den mechanisch wiederholten Suggestionen im täglichen Leben auszuweichen. Sogar wenn unser kritischer Geist diese ablehnt, verleiten diese uns, etwas zu tun, was unser Intellekt als dumm ansieht. Die Mechanisierung des modernen Lebens hat den modernen Menschen dazu gebracht, passiver zu sein und sich konformer zu verhalten. Eigene Wertvorstellungen spielen eine geringere Rolle, er denkt mehr in den Werten, die in den Massenmedien transportiert werden. Dies wird „Management der öffentlichen Meinung“ genannt. Gehirnwäsche ist nicht möglich ohne totalitäres Denken. Angewandte psychologische Techniken können komplette Nationen in einen Zustand der Gehirnwäsche versetzen und sie zu geistlosen Robotern machen, welches für sie zu einer neuen Art zu leben wird. Politische Ideen degenerieren zu sinnlosen Formulierungen, die nur für Propagandazwecke entworfen wurden. Der Mensch hat zwei Gesichter. Er möchte sich in Richtung Mündigkeit und Freiheit entwickeln, andererseits verlangt das kleine Kind in ihm nach komplettem Schutz und Verantwortungslosigkeit. In einem totalitären Staat dürfen Zweifel, Verwirrung und Konflikt nicht gezeigt werden. Totalitäre Führungspersonen zeigen ein überwältigendes Bedürfnis, andere Menschen zu kontrollieren und unlimitierte Macht auszuüben, oft verwurzelt in fest verankerten Gefühlen von Angst, Erniedrigung und Minderwertigkeit. Jede Form von Führung ohne effektive Kontrolle könne sich nach und nach in eine Diktatur entwickeln. Eine Führungsperson zu sein, viel Macht zu haben und verantwortlich zu sein für das Leben anderer Menschen, sei ein monumentaler Test für die menschliche Psyche. Was passiert mit dem einfachen Menschen in einer solchen Gesellschaft? Die Einwohner eines solchen totalitären Staates kommunizieren nicht wirklich miteinander. Ihre innere Stille ist in starkem Kontrast zum offiziellen verbalen Bombardement. Der Bürger spürt nicht mehr sein Ich, hat kein Ego mehr, keine Persönlichkeit. Er ist lediglich das Objekt des offiziellen Wortschwalls und des psychischen Zwangs. Massenekstase und Massenfanatismus ersetzen ruhige individuelle Gedanken und Überlegungen. Die individuelle Persönlichkeit kann sich in einem totalitären Staat nicht entwickeln. Die große Masse der Bürger befindet sich in einem persönlichen und politischen Dämmerzustand. Es gibt keinen gegenseitigen Austausch, keine Gespräche, keinen Aufschrei, keine Befreiung von der emotionalen Spannung. Es ist eine Welt der stillen Verschwörer, es herrscht Misstrauen. Jeder Bürger wird kontinuierlich überwacht. Die Nachbarn, der Postmann, die Kinder, alle repräsentieren den strafenden Staat, der größte Feind des totalitären Systems ist die Verwendung des Intellekts und der Erkenntnis und das Verlangen nach freiem, überprüfendem Denken. Das Denken ist überflüssig, reserviert für die Eliten. Der Mensch muss seine Einzigartigkeit und seine individuelle Persönlichkeit aufgeben und muss sich in das gleichmachende Muster der Integration und Standardisierung ergeben. Meerloo betont, dass solche totalitären Entwicklungen unabsichtlich bzw. unwissentlich auch in sogenannten freien, demokratischen Staaten ablaufen könnten. Führungspersonen würden mit Einschüchterung regieren. Sie bevorzugen Loyalität durch Angst, nicht durch Vertrauen. Durch die Panik, die durch totalitären Terror verursacht wird, fühlen sich die Menschen voneinander getrennt und jeder Mensch ist einsam und ängstlich. Durch diese Trennung wird der Einzelne unfähig, gegen die inhumanen Einflüsse zu kämpfen. Andeutungen, Verleumdungen und Denunziationen sind die Basis der totalitären Strategie. Jeder Bürger ist ein potenzieller Feind des Regimes. Das Denken an sich ist der Feind. Es gibt keine transparente Politik, keine freie Diskussion, keine ehrlichen Meinungsdifferenzen, es gibt nur Intrigen und Denunziationen mit deren beängstigenden Wirkungen auf die Massen. Eine totalitäre Gesellschaft benötigt ein äußeres Feindbild, gleichzeitig wird eigenes Versagen vertuscht. Blumige Schlagworte, wie „historische Notwendigkeit“, helfen dem Einzelnen, unmoralisches Verhalten als moralisch und gut zu betrachten. Als „Verbokratie“ wird die Formulierung propagandistischer Lügen und wissentlich falscher Schlagwörter bezeichnet. Das bereits aus Orwells Roman „1984“ bekannte „Doppeldenk“ kommt ebenso zum Einsatz, offensichtliche Widersprüche sollen widerspruchslos akzeptiert werden. Fakten werden durch Fantasie und Verzerrung ersetzt, Menschen werden systematisch und bewusst zum Lügen gebracht. In einem „semantischen Nebel“ verlieren Wörter ihre kommunikative Funktion, sondern lösen lediglich Gefühle von Angst und Terror aus. Die Menschen bemühen sich nicht mehr um ein wirkliches Verständnis, es erfolgt kein Abwägen mehr des Für und Wider. Statt ein wirkliches Verständnis anzustreben hören sich die Menschen die stumpfen Wiederholungen an, die ihnen ein Verständnis vortäuschen. Dazu müssen die Totalitaristen eine Hasssprache kreieren, um entsprechende Emotionen in den Massen hervor zu rufen. Der einzelne Bürger wird zum Papagei, der vorgefertigte Parolen und Propagandaschlagworte wiederholt, ohne zu verstehen, was diese wirklich bedeuten oder wer hinter diesen steht. Der einzelne Mensch ist angstgetrieben, fürchtet sich derart, von der vorgeschriebenen Meinung und der Art zu denken abzuweichen, dass er sich nur erlaubt, sich in den Worten auszudrücken, die ihm seine Diktatoren vorschreiben. Offizielle Wörter müssen geglaubt und diesen muss gehorcht werden. Fakten entgegen der offiziellen Linie werden verzerrt und unterdrückt, jede Form des geistigen Kompromisses ist Verrat. Es gibt keine Suche nach Wahrheit, nur die erzwungene Akzeptanz der totalitären Dogmen und Klischees. Freiheit und Unabhängigkeit, Kompromiss und Objektivität, all dies bedeutet Verrat. Angst wird als Herrschaftsinstrument in einem totalitären Staat verwendet. Dabei wird genutzt, dass die Angst zu leben größer sein kann als die Angst zu sterben. Leben bedeutet unter anderem Aktivität und Spontaneität, Versuch und Irrtum. Leben trennt uns von dem Traum, beschützt zu werden. Konformität und die Angst zu leben berauben das freie Leben von seiner größten Stärke im Kampf gegen den Totalitarismus. Dadurch, dass die Verschiedenheit des Lebens und die Komplexität und Individualität der Psyche abgelehnt werden, werden rigide Dogmen und totalitäre Einstellungen akzeptiert. Angst und Panik finden ebenso ihren paradoxen Ausdruck in Gleichgültigkeit und Apathie. Sie sind auch Reaktionen auf das langsam einsickernde Eindringen beunruhigender Propaganda und der ständigen Welle von Suggestionen, der wir alle ausgesetzt sind. Manche Menschen regredieren als eine Reaktion auf Angst und Panik auf eine frühere Stufe und verhalten sich beispielsweise wie Kinder. Weitere werden passiv, andere reagieren mit massiven Angstsymptomen, wiederum andere mit psychosomatischen Symptomen.

 

Unauffälliger Zwang

In einem totalitären System kann ein kollektiver Wahn hervorgerufen werden. Es ist lediglich eine Frage, wie die kollektiven Gefühle in entsprechender Weise organisiert und manipuliert werden. Wenn die Masse isoliert wird, dann ist kein freies Denken erlaubt, kein freier Austausch, keine Korrektur von außen. Die Gruppe kann täglich über Massenmedien mit Angst und Pseudoenthusiasmus beeinflusst werden. Die Menschen werden die primitivsten und unangemessensten Handlungen akzeptieren. Äußere Ereignisse sind üblicherweise die Auslöser, die hysterische und wahnhafte Anteile in Menschen freisetzen. Kollektiver Wahnsinn rechtfertigt den unterdrückten persönlichen Wahnsinn im Individuum. Wahnvorstellungen, die sorgfältig eingepflanzt wurden, sind schwer zu korrigieren. Argumente haben keinen Wert mehr, da das niedere Denken die Oberhand gewonnen hat. Es wird dabei vergessen, dass die Anwesenheit von Minderheitenstandpunkten, seien sie akzeptabel oder nicht, einer der Wege ist, uns gegen das schleichende Wachstum des konformistischen Mehrheitsdenkens zu schützen. Die Neugier des Menschen und seine Wissbegierde müssen gefördert werden. Es muss gegengesteuert werden gegen die Angst des Menschen, selbstständig zu denken, authentisch zu sein und für das einzustehen, an das er glaubt. Der Erklärungswahn, das Bedürfnis, alles zu erklären und zu interpretieren, weil dahinter eine einfache Ideologie steht, wird von Meerloo als besonders mit Zwang assoziiert. Es wird lediglich eine feststehende Interpretation für einen bestimmten Sachverhalt vorgegeben und keine andere wird akzeptiert. Dies äußert sich in einem wortgewaltigen Drang, alles zu erklären, jedoch tatsächlich nichts zu verstehen. Daher sollte in einer demokratischen Gesellschaft jederzeit zu persönlicher und kollektiver Selbstkritik aufgefordert werden. Die Einigung über das, worüber wir uns uneinig sind, ist der erste Schritt für das tatsächliche Verstehen. Eine ausgewählte Staatsperson in der Ära des erhöhten menschlichen Wettbewerbs zu werden und abhängig zu sein von Massen von Wählern, kann bei einigen Personen Symptome auslösen, die ähnlich einer Psychose sind, so dass Körper und Psyche beeinträchtigt sein können, wenn wir die gesündesten und standfestesten Führungspersonen bräuchten. Es ist zu vermuten, dass die Pathologie beeinflusst wird durch die Art und Weise, wie Führungspersonen ausgewählt werden. Die Frage ist, ob unser Schicksal sich in der Hand psychisch kranker Personen befindet. Es ist zu erkennen, dass idealistische Platitüden unangemessene Vorschläge verdecken und wir sind geneigt, dies als abgedroschenes Spiel politischer Strategie und Diplomatie zu akzeptieren. Man sollte sich folglich fragen, welche Rolle der psychopathische Anteil bei einigen der Führungspersonen spielt. Die Mitgliedschaft zum regierenden Apparat kann bei Funktionsträgern zu der gefährlichen Versuchung führen, lange unterdrückte Gefühle von Allmacht zu aktivieren. Nichtkonformität und Meinungsverschiedenheit sind die schwersten Verbrechen gegen das System und totalitäre Geister haben die Tendenz, unterschiedliche Ansichten als absichtlichen Verrat zu bezeichnen. Der Abweichler ist jemand, der im Sinne des totalitären Staates nur an seine persönlichen Rechte glaubt und der die Wünsche der Gemeinschaft verhöhnt. Wenn wir die Auswirkungen eines Problems oder eines Arguments nicht verstehen, neigen wir dazu, uns der mächtigsten Seite zu unterwerfen. Die Leichtigkeit, mit der Menschen korrumpiert werden können ist immer noch eines der ernsthaftesten psychologischen und moralischen Probleme. Innere Verwirrung kann uns gegenüber fast jedem starken Rat von außen unterwürfig machen, egal, wie unsinnig oder falsch dieser auch sein mag. Die Verfolgung abweichender Ideen, das Bestehen auf Loyalität laut einer vorgeschriebenen Parole bedeutet, einen Widerwillen zu argumentieren und zu überzeugen. Die Annäherungen an die Wahrheit sind vielfältig und nur bei einem Aufprall von verschiedenen Meinungen können diese entdeckt und der Weg zur Wahrheit gefunden werden. Demokratie bedeutet Nichtkonformität, auch, wenn wir den Standpunkt des anderen angreifen, Standpunkte, die, weil wir Menschen sind, immer unvollständig sind.

Suche nach Verteidigungsmöglichkeiten

Eine Art von Bildung, die Abhängigkeit und Kontrolle betont und einen moralischen Appell durch Bestrafung und Schuld erzeugt sowie durch quizähnliche Abfragen zu sehr mechanistische Fähigkeiten fördert, bewirkt ein Muster von Konformität, das von totalitären Systemen verwendet werden kann. Die Prüfungsmanie zwingt Schüler und Studierende in automatisches Denken. Freies, explorierendes, kreatives Denken sollte hingegen in einem demokratischen System gefördert werden, ansonsten lernen Schüler und Studierende nicht, selbst zu denken. Meerloo unterscheidet zwischen Quantintellektuellen und Quintintellektuellen. Quantintellektuelle sammeln lediglich eine möglichst hohe Menge an Wissen an und sind leicht konditionierbar, werden dadurch keine guten demokratischen Bürger. Für Quintintellektuelle hingegen muss der Intellekt in die Persönlichkeit integriert werden. Fakten werden nicht einfach passiv konsumiert, sondern abgewogen und überprüft. Die Bildungsinstitutionen sollten Erfindergeist und Selbstaktivität anregen. Das wahre Ziel der Psychologie sollte es sein, die Menschen von ihren inneren Spannungen zu befreien, dadurch, dass ihnen geholfen wird zu verstehen, was diese hervorruft. Psychologie sollte den menschlichen Geist von seiner Abhängigkeit von unreifem Denken befreien, so dass jeder Mensch seine Potenziale entfalten kann. Allerdings ist es oftmals so, dass Menschen bereit sind, ihre Freiheiten für stellvertretende elterliche Unterstützung durch Führungspersonen zurück zu geben oder wegen politischer oder ökonomischer Ideologien aufzugeben, die tatsächlich verdrängte elterliche Bilder darstellen. Demokratie leitet die Gemeinschaft durch ihre Fehler ohne Einschüchterung. Demokratie bereitet Wiedergutmachung für ihre Fehler, Totalitarismus betrachtet sich als unfehlbar. Demokratie bedeutet das Recht, sich selbst zu entwickeln und nicht, von anderen entwickelt zu werden. Demokratie verlangt eine hohe geistige Aktivität ihrer Mitglieder. Jede Eigenschaft in uns und in unserem Führungspersonal, die auf passive Unterwerfung hindeutet, gefährdet demokratische Freiheiten. Den Menschen sollte das Recht garantiert werden, nicht konform zu sein und das Recht, sich gegen psychologische Angriffe zu verteidigen sowie gegen Interventionen in der Form von pervertierter Massenpropaganda, totalitärem Druck und geistiger Folter. Angst und Hysterie unterstützen Totalitarismus. Wir benötigen eine genaue Analyse dieser Phänomene. Demokratie ist die Herrschaft der Würde des Menschen und das Recht, selbst zu denken, das Recht auf eine eigene Meinung, mehr noch, das Recht, die eigene Meinung auch ausdrücklich geltend zu machen und sich gegen das Eindringen in seine Psyche und psychischen Zwang zu schützen. Toleranz gegenüber Kritik und Ketzerei ist eine der Bedingungen von Freiheit. In einer demokratischen Regierung verlangen diejenigen, die in verantwortliche Positionen gewählt wurden, Kontrollen und Einschränkungen für sich selber, wissend, dass niemand ohne Fehler ist.

 

Literatur: Meerlo, Jost (2015). The Rape of the Mind. The Psychology of Thought Control, Menticide, and Brainwashing. Mansfield Centre, MT: Martino Publishing.

 

Prof. Dr. rer. nat. Oliver Hirsch ist Professor für Wirtschaftspsychologie mit Schwerpunkt Grundlagen und Methoden (Datenverarbeitung und Statistik, Forschungsmethoden, Biopsychologie) an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften.clubderklarenworte.de

Kommentar netvent.de:

Nun, wer bis hierher gekommen ist, den hat dieser Text tatsächlich interessiert, vielleicht sogar beeindruckt. Dieser Beitrag kann durchaus auf unsere augenblickliche Realität in Anwendung gebracht werden, mit Blick auf staatlich forcierte Massenhysterie und künstlich aufgebaute Angststrukturen.

Muss er aber nicht.

Er kann durchaus als ein Einstieg in die Welt der menschlichen Psyche gehandhabt werden. Ein Gebiet voller Überraschungen, phantastischen Erkenntnissen und vielleicht einem zukünftigen Hobby. Was kann aufregender und packender sein als der Einstieg in die Erkenntnisse des eigenen Daseins, des eigenen Ich´s?

Obiger Beitrag ist geradezu prädestiniert um so einen Einstieg zu beginnen.

Um zu einem, nicht langweilig werdenden, Einstieg zu gelangen, kann ich nur folgende Literatur empfehlen. Aber Vorsicht, immer nur eins nach dem anderen mit schöpferischen und anders ausgeprägten Unterbrechungen und, falls das möglich ist, einem Austausch mit ebenso interessierten Personen, ob Fachmann oder Laie unterliegt dem Anspruch und dem Zielsinn eines jeden Einzelnen.

 

Capra Fritjof, Das Tao der Physik, Scherz, Bern, München, Wien 2000

 

  Laszlo Ervin, Das fünfte Feld, Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 2002

 

  Intuition – Die Weisheit der Gefühle, Gerald Traufetter, rowohlt, Hamburg 2007

 

  Psychologie – Emotion, Motivation, Verhalten, Prof. Hans Goller, Kohlhammer, Stuttgart 1995

 

  Fühlen, Denken, Handeln – Wie das Gehirn unser Verhalten steuert, Prof. Gerhard Roth, Suhrkamp, Frankfurt 2001

 

 Danach, ich betone: Erst danach, empfehle ich einen Blick auf meine im Internet aufgeführten Arbeiten und

 Veröffentlichungen. Und speziell hier auf die aufgeführten Quellenverzeichnisse,

 

https://www.yumpu.com/user/netvent

 

https://www.yumpu.com/de/netvent.de

 

https://www.yumpu.com/user/netvent.de

 

Also auf. Start in ein neues Abenteuer - dem Weg zu mir selbst. Und wenn Ihnen das Spaß gemacht hat, schreiben Sie mir gerne!

 

 

06. Februar 2021

Datum: 06.02.2021 www.netvent.de

Quelle:

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/heribert-prantl-ich-hoffe-dass-die-gesellschaft-aufwacht-li.136339


 

Beitrag: 92

Interview : Michael Maier, Berliner Zeitung, 30.1.2021 - 17:27 Uhr mit H. Prantl.

Heribert Prantl: „Ich hoffe, dass die Gesellschaft aufwacht“

Der frühere Politik-Chef der Süddeutschen Zeitung und Jurist sagt: Das Grundgesetz steht nicht unter Pandemie-Vorbehalt.

 

Berliner Zeitung: Herr Prantl, Sie haben neulich in einer Talk-Show gesagt, dass Sie in den 33 Jahren Ihrer Tätigkeit als Journalist noch nie so viel Angst gehabt hätten. Wovor haben Sie Angst?

Heribert Prantl: Ich habe nicht Angst um mich. Ich habe Angst um unsere Grundrechte. Ich bin besorgt. Die Grundrechte sind das Schönste und Beste und Wichtigste, was wir in unserem Staat haben. Ich habe das Gefühl, dass sie in der Pandemie kleingemacht oder bisweilen beiseitegeschoben werden. Ich habe die Sorge, dass wir die Grundrechte opfern, um so vermeintlich der Pandemie Herr zu werden.

Das Wesen der Grundrechte ist jedoch, dass sie gerade in einer Krise gelten müssen. Deswegen heißen sie Grundrechte. Sie sind die Leuchttürme, die in der Demokratie leuchten. Es ist fatal zu glauben, man könne sie ja eine Zeit lang geringer leuchten lassen. Diese Haltung erscheint mir aber dominant, wenn ich die aktuelle Politik betrachte. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass wir so intensive Beschränkungen unserer Freiheit erleben werden. Hans-Jürgen Papier, der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts sagte in diesen Tagen, er habe sich nie vorstellen können, dass derart intensive Freiheitsbeschränkungen von der zweiten Gewalt, der Exekutive, beschlossen werden. Er hat darauf hingewiesen, dass Entscheidungen über Grundrechte eine breite gesellschaftliche und demokratische Basis brauchen.

Aktuell ist die Politik dominiert von Naturwissenschaftlern und Virologen. Das geht nicht. Die Regierung muss Verfassungsrechtler, Pädagogen, Soziologen, Ökonomen und Kinderärzte anhören. Die Grundrechte sind kein Larifari. In einem demokratischen Rechtsstaat steckt die Kraft der Hoffnung in den Grundrechten – auch und gerade in Krisenzeiten. Weil die Corona-Politik die Grundrechte zu wenig achtet, ist die Hoffnung auf bessere Zeiten nicht so groß, wie sie sein könnte.

Ganz neu ist die Einschränkung der Grundrechte nicht. Wir haben das etwa in der Terror-Bekämpfung gesehen.

Die Einschränkung der Grundrechte ist nicht vom Himmel gefallen. Wir haben seit der RAF- und der Terror-Zeit Einschränkungen der Grundrechte. Auch damals wurde gesagt, es handelt sich nur um vorübergehende Maßnahmen. Doch diese Gesetze gelten fast komplett bis heute.

Welche Einschränkungen sind auf die Anti-Terror-Gesetze zurückzuführen?

Der Schutz des Post- und Fernmeldegeheimnis, also der Artikel 10 Grundgesetz wurde durchlöchert, Lauschangriffe eingeführt, der Schutz der Unverletzlichkeit der Wohnung durch Wanzen verletzt, das V-Mann-Unwesen wurde ausgebaut, der Kronzeuge eingeführt. Nach 9/11 hat sich dieser Prozess fortgesetzt. Man hat mit „Zeitgesetzen“ gearbeitet, hat also gesagt: Die Einschränkungen gelten nur für eine bestimmte Zeit. Und dann wurden die Einschränkungen verlängert und verlängert und verlängert. Das befürchte ich auch jetzt: Dass die Einschränkungen zur Normalität werden. Die Einschränkungen können auch als Blaupause verwendet werden, für das nächste Virus, für den nächsten Katastrophenfall. Doch das Grundgesetz steht nicht unter Pandemievorbehalt.

Vielfach wissen die Leute gar nicht mehr, was ein Grundrecht ist. Welche Grundrechte wurden denn in der Pandemie eingeschränkt?

Es gibt eher harmlose Grundrechtsbeschränkungen wie den Mund-Nasen-Schutz. Der ist zwar unbequem, aber kann und muss toleriert werden. Problematisch sind Kontaktverbote, bei denen uns der Staat plötzlich sagt, welche und wie viele Menschen wir wo treffen dürfen. Wir haben Ausgangssperren. Wir haben Einschränkungen der Gewerbefreiheit, die existenzgefährdend sind, für Gaststätten, Künstler, Friseure. Mir wird manchmal gesagt: Prantl, haben Sie sich nicht so, dann können Sie halt am Wochenende einmal nicht in die Alpen fahren. Doch darum geht es nicht.

Es gibt das Grundrecht, mit anderen Menschen Kontakt zu pflegen. Das ist die Basis für Demokratie. Es gibt das Grundrecht, sich frei zu bewegen. Es gibt das Grundrecht, sich seinen Lebensunterhalt frei verdienen zu können. Das ist nicht ein Recht, möglichst viel Geld zu verdienen. Es ist das Recht, sich selbst um seine Existenz sorgen zu können. Die Maßnahmen jetzt werden die Existenzen von hunderttausenden Menschen zerstören. Wenn man, wie Beamte, ein gesichertes Einkommen hat, tut man sich leicht zu sagen: Das muss man jetzt eben einmal durchhalten. Ich wünsche mir, dass die, die über Maßnahmen entscheiden, an diejenigen denken, die ihre Jobs verlieren können.

Welches Grundrecht ist durch das Kontaktverbot eingeschränkt?

Die Freiheit der Person, die Bewegungsfreiheit, das Recht auf Kommunikation. Die Demokratie lebt von der Überwindung der sozialen Distanz. Jetzt verordnen wir die soziale Distanz. Dies geschieht mit einer Rigorosität, die ich für gefährlich halte. Was wir brauchen, ist nicht noch mehr Härte beim Lockdown, sondern mehr Differenzierung. Das Recht auf Leben ist ein Hauptgrundrecht – natürlich. Aber die Mittel, um dieses Recht zu sichern, müssen geeignet, angemessen und erforderlich sein. Es geht um Maß und Verhältnismäßigkeit.

 

Jetzt erleben wir, wie Politiker mit harten Maßnahmen punkten wollen, wie ein Politiker den anderen überbieten will, mit einem noch härteren Lockdown, noch härteren Maßnahmen. Die Grundrechte verpflichten: Sie verpflichten, nicht generalisierend und pauschalisierend vorzugehen, sondern differenziert. Demokratie heißt, nicht alles über einen Kamm zu scheren.

Das Kontaktverbot hat massive Folgen in den Altersheimen, und das seit Monaten. Welches Grundrecht wird hier verletzt?

Es ist ein Grundrecht, dass alte Menschen begleitet und geleitet werden. Es ist ein Grundrecht, dass sie nicht isoliert, allein und verlassen sterben müssen. Es gehört zur Menschenwürde, dass ihnen in den letzten Tagen und Stunden ein Angehöriger die Hand hält, wenn sie das wünschen. Das gehört zum Kern der Menschenwürde. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das ist der erste und wichtigste Satz des Grundgesetzes. Gegen diesen Satz ist zumal in  der ersten Phase des Lockdowns brutal verstoßen worden. Wir haben in unseren Alten- und Pflegeheimen furchtbare Situationen geschaffen. Hätte meine Mutter noch gelebt – sie war in einem Pflegeheim – ich hätte alle Hebel in Bewegung gesetzt, vom Bundesverfassungsgericht bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, um sie trotz Corona sehen und begleiten zu dürfen. Es gibt ein Grundrecht, nicht in Einsamkeit sterben zu müssen.

Eine andere Gruppe, die besonders betroffen sind, sind Kinder und Jugendliche.

Kinder haben keine starke Lobby, die für sie kämpft. Es gibt ein Recht auf Bildung. Die Schließung von Schulen und Kindergärten schränkt die Bildungschancen ein. Die schnellen und lange dauernden Schulschließungen verschärfen die soziale Ungleichheit maßlos. Am meisten werden die Kinder aus ärmeren, bildungsfernen Milieus getroffen. Sie haben nicht die Möglichkeit, im Homeoffice gut betreut unterrichtet zu werden.

Mit den Schließungen verschärft sich die Bildungsungleichheit auf drastische Weise. Schulen müssen so schnell als möglich wieder geöffnet werden, natürlich mit all den nötigen Vorsichtsmaßnahmen. Schule, also Unterricht, muss in die Schule. Wir haben zwar eine Schulpflicht, aber, wie sich in der Corona-Krise zeigt, kein Schulrecht. Genau das brauchen wir aber – wir brauchen ein Grundrecht auf Schule.

Sieht man nicht gerade bei den Schulen, dass wir auf eine Art Mehrklassengesellschaft zusteuern? Wer es sich leisten kann, richtet es sich und seinen Kindern im Lockdown ein. Das gilt auch global. Reiche Länder haben mehr Möglichkeiten. Steuern wir auf einen globalen Feudalismus zu?

Ich fürchte, ja. Corona hat die Konflikte, die wir schon haben, an die Oberfläche gebracht und verschärft. Das ist die Härte, vielleicht auch das Verdienst des Virus – sofern das Managermantra gilt, dass man in jeder Krise die Chance sehen soll. Die Frage nach dem Stellenwert des Rechts auf Leben – sie war schon durch das Sterben der Flüchtlinge im Mittelmeer drängend. Die Fragen nach der Notwendigkeit massiver staatlicher Eingriffe und nach der Rolle des Parlaments dabei – sie waren schon in der Bankenkrise drängend und sie werden es erst recht in der Klimakrise sein. Die Frage nach der Sammlung und der Nutzung von Daten – sie war schon nach den Enthüllungen von Edward Snowden drängend. So kann man die Fragen weiter aufzählen, und es ist mühsam, furchtbar mühsam, Antworten zu finden.

Aber eines ist durch Corona auch deutlich geworden: Welche Antworten auch immer gesucht und gefunden werden, das Suchen und Finden darf kein autoritäres werden, es muss ein demokratisches Suchen und Finden bleiben. Wenn jedwede Maßnahme als alternativlos erklärt wird, ist das undemokratisch. Wir müssen den mühsamen Weg gehen, die Vielzahl von Antworten zu hören und abzuwägen. Nicht nur die Bekämpfung des Virus ist das Ziel, auch der Weg dahin ist das Ziel, nämlich dabei die Gesundheit der Demokratie und den gesellschaftlichen Ausgleich zu bewahren.

Wo ist die Demokratie in Gefahr?

Wir haben plötzlich Gremien, die es im Grundgesetz nicht gibt. Diese entscheiden über die Grundrechte. Es gibt in der deutschen Rechtsordnung kein „Konzil“ der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin. Es kann nicht sein, dass Merkel, Laschet und Söder hinter verschlossenen Türen entscheiden und dann sagen: Hier geht es jetzt lang. Das ist nicht die Demokratie, wie sie im Grundgesetz vorgesehen ist. Das zweite, was mir Sorgen macht, ist eine Art Corona-Fundamentalismus. Die Auseinandersetzung ist sehr giftig geworden. Das Virusgift hat auch den gesellschaftlichen Diskurs erfasst. Das betrifft die Befürworter der Maßnahmen genauso wie die Gegner. Es wird verbissen gestritten, nicht diskutiert. Doch die Demokratie lebt von den Zwischentönen. In der Demokratie ist nichts alternativlos.

Welche Rolle sollten die Parlamente spielen? Ist hier nicht auch ein gewisser Konformitätsdruck, weil ja alle im Sog des Fundamentalismus agieren, und es keine inhaltliche Vielfalt gibt?

Das ist furchtbar. Vor dem Lockdown des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens hat es den politischen Selbstlockdown der Parlamente gegeben. Es war eine Selbst-Kastration. Die Parlamente sollten eigentlich der Ort der Diskussion sein, der politischen Debatte und am Ende der demokratischen Entscheidung. Die Parlamente vertreten den Souverän. Doch in der Krise spielen sie nur eine Nebenrolle. Fragen über Leben und Tod werden auf dem Weg der Verordnung, also durch die Exekutive, entschieden. Das kann nicht und darf nicht sein.

Diese Fragen, und zwar genau diese Fragen, müssen im Parlament diskutiert werden. Weil das nicht geschehen ist, konnte eine untergesetzliche Parallelrechtsordnung entstehen. Das hatte und hat ungute Auswirkungen. Zu diesen unguten Auswirkungen gehören auch die zum Teil völlig irrationalen Proteste gegen die staatliche Pandemiebekämpfung. Das Parlament ist mit schuld an den Querdenkern. Und noch zum Impfen: Es besteht der Verdacht, dass es ein großes Organisationsversagen der Regierung bei der Impfstoff-Beschaffung gegeben hat. Die EU-Kaufverträge müssen offengelegt werden. Ein Untersuchungsausschuss muss Transparenz schaffen. Transparenz ist wesentlich für eine Demokratie.

Und wenn es nicht gelingt?

Der Bundestag hat in dieser historischen Corona-Zeit bisher nicht angemessen gehandelt. Die Abgeordneten haben den Löffel an Merkel und Söder abgegeben. Der Bundestag hat es geduldet, dass per Verordnung Grundrechte auf- und zugedreht wurden – gerade so, als hätte ein Grundrecht Armaturen wie ein Wasserhahn. Das Parlament muss endlich die ihm gemäße Rolle finden und einnehmen.

Und wenn es das nicht schafft?

Ich hoffe auf die Wegweisung von der dritten Gewalt. Das Bundesverfassungsgericht hat bereits in der Finanzkrise deutlich gemacht, dass ohne Parlament keine zentralen Entscheidungen getroffen werden dürfen. Es muss mehr eine öffentliche Diskussion stattfinden, die wird von parlamentarischen Beratungen befördert. Ich hoffe, dass die Gesellschaft aufwacht. Auch wir, die Journalistinnen und Journalisten, müssen lauter rufen. Die Presse hat die Freiheit, die Grundrechte zu verteidigen. Die Pressefreiheit ist das einzige Grundrecht, das einer Berufsgruppe zugestanden wird. Deshalb haben die Medien hier eine besondere Verantwortung.

Nehmen sie die ausreichend wahr, oder sind nicht auch die Medien einem gewissen Konformitätsdruck unterworfen?

Die Medien haben zu Beginn der Krise als Frühwarnsystem gut funktioniert. Dann sind sie zu sehr zu einem Dauerwarnsystem geworden. Wir müssen die Maßnahmen und die Alternativen diskutieren. Wir sind nicht dafür da, die Alternativlosigkeit nachzubeten. Es darf keinen autoritären Weg geben, wie über Lösungen entschieden wird.

Aktuell haben es allerdings Kritiker der Regierungspolitik schwer. Ich kann mich nicht erinnern, dass einem bei Recherchen so viele Leute – Ärzte, Juristen, Unternehmer – sagen: Das oder das können Sie bitte gerne schreiben, aber bloß nicht unter meinem Namen.

Eine Demokratie kann nicht hinter vorgehaltener Hand leben. Wir müssen offen darüber diskutieren, was der richtige Weg in und aus der Krise ist. Ich beobachte allerdings mit Sorge, dass schon derjenige, der die Grundrechte verteidigt, sich wappnen muss. Es darf nicht sein, dass ein Grundrechtsverteidiger schon fast im Verdacht steht, ein Corona-Leugner zu sein. Corona-Leugner stehen außerhalb des Diskurses.

Die Grundrechte sind doch eigentlich das Herzstück der freiheitlichen Demokratien in Westeuropa. Wenn wir sie aufgeben – nähern wir und dann nicht autoritären Staaten an, in denen diese Grundrechte nicht uneingeschränkt gelten? Russland und die Türkei haben Einschränkungen sehr schnell implementiert. China hat sich damit gebrüstet, wie schnell sie eine Millionen-Metropole in den Lockdown schicken konnten …

Ich stelle mit Befremden fest, dass jetzt viele mit sehnsüchtigen Augen nach Fernost blicken, wo die Pandemie mit Big-Brother-Methoden bekämpft wird. Doch es geht im Kampf gegen die Pandemie nicht nur um die Gesundheit der Bürger. Es geht auch um die Gesundheit unserer Demokratie. Corona hat vieles ins Wanken gebracht, von dem wir uns nie vorstellen konnten, dass es eines Tages wanken würde. Die Menschen waren bereit, viel schneller Einschränkungen hinzunehmen als bei der Terrorgefahr, weil sie sich ganz persönlich bedroht fühlen.

Aber es ist eine Illusion, Krankheit und Schmerzen und Viren völlig entkommen zu können, sie völlig verschwinden lassen zu können. Es geht auch darum, sie ins Leben zu integrieren, ins persönliche und in das gesellschaftliche. Zu ihrer Bewältigung ist mehr notwendig, als sie mit Medikamenten und Impfungen zu bekämpfen. Das Ringen um Heilung und Überleben ist dringend geboten; die Suche nach den richtigen Wegen dahin ist unabdingbar. Das Privatisieren und Sparen im Pflege- und Gesundheitswesen war eine Verirrung und gehört zur erwähnten Politik der angeblichen Alternativlosigkeit. Die Corona-Wellen haben diesen Dreck sichtbar gemacht. Aber notwendig im Sinne von Not wendend ist auch ein gewisses Maß an Akzeptanz, dass das Leben sterblich ist, und die Kraft der Hoffnung – also ein gesunder Optimismus, der Bedrohung zum Trotz.

Diese Gesundheit des Lebens für die Zeit in und nach Corona wünsche ich uns: Dass die Menschen wieder miteinander reden können, dass die angstbesetzte Polarität der Reaktionen auf Corona einem zuhörenden und diskutierenden Miteinander Platz macht.

Das Gespräch führte Michael Maier

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Heribert Prantl wurde 1953 in Nittenau, Oberpfalz, geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft, der Geschichte und Philosophie war er Richter und Staatsanwalt und wechselte   in den Journalismus zur Süddeutschen Zeitung. Er ist Honorarprofessor an der Universität Bielefeld.

Prantls neues Buch: Not und Gebot. Grundrechte in Quarantäne. In seinem im März bei C.H. Beck erscheinenden Buch erzählt Prantl vom Leben im Ausnahmezustand und den Lehren daraus.

Kommentar netvent.de:

Es ist schon recht kurios. Gerade Heribert Prantl, den ich bis 2008/2009 für eine Leuchtgestalt im Informationsdschungel des deutschen Mainstreams hielt, und den ich dann in der Folgezeit nicht wiedererkannte, vielleicht weil er gar nicht stattfand, kehrt zurück in eine glaubwürdige und objektive Berichterstattung. In einem kurzen Briefwechsel vom 15.04.2008 teilten wir noch unsere Einschätzung zum neokonservativen Prof. Dr. Paul Nolte und innerhalb dieses Austausches schickte er mir noch seinen Flyer zu seinem soeben erschienenen Buch: „Der Terrorist als Gesetzgeber.“

Am 19.04.2008 hatte ich das Buch dann gelesen. Es war wohl mit das Beste was ich bisher an Information, Glaubwürdigkeit und recherchiertem Journalismus gelesen hatte.

Zu diesem Zeitpunkt, und wohl auch noch einige Jahre später, war Heribert Prantl ein nicht zu übersehender Fixpunkt in den Printmedien und ein sehr häufiger Gast in so gut wie allen Talkshows des deutschen Fernsehens.

Ob sich dann, im Gefolge der Übernahme der Süddeutschen Zeitung ( 29. Februar 2008 zu 81,25 Prozent im Besitz der Südwestdeutschen Medien Holding (SWMH) mit Sitz in Stuttgart, deren Hauptgesellschafter die Medien Union und die Gruppe Württembergischer Verleger sind. Die weiteren Anteile hält die Verlegerfamilie Friedmann ) und letztendlich des Schaub – Konzerns, seine öffentliche Meinung änderte oder einfach nur durch die neuen Inhaber unterdrückt wurde, ist aus meiner Sicht Spekulation. Ich persönlich glaube eher an eine Unterdrückung seiner persönlichen Meinung, allerdings auch an eine absolut verständliche, da für ihn beruflich eventuell überlebenswichtig, Meinungszurückhaltung. In diesen Zeitraum fiel dann auch die Kündigung meines Abonnements der Süddeutschen Zeitung und des Spiegel.

Und nun taucht Heribert Prantl völlig unverhofft wieder in meinem persönlichen Informationsumfeld auf. Als Gast in der von mir sehr geschätzten Sendung des österreichischen Senders „SERVUS“ „Talk im Hangar 7“. ( jeden Donnerstag oder Freitag ab 22:30 Uhr bei SERVUS ).

Seine dort, am 22.01.2021 vehement vertretene Meinung zu den Grundgesetzverletzungen der Regierung im Zuge der Coronamaßnahmen, deckt sich vollkommen und unübersehbar mit seinen Ausführungen zu den Regierungsmaßnahmen im Gefolge der angeblichen Terrorristenbekämpfung, dargelegt in seinem oben erwähnten Buch. Das Puzzle nimmt an Deutlichkeit zu.

Ich bin mir sicher, das Heribert Prantl seine grundlegende Meinung zu aktuellen politischen Problemstellungen niemals geändert hat, sie wurden ( meine persönliche Meinung ) nur nicht mehr in den deutschen Medien veröffentlicht. Denn eines sollte in dieser Gemengelage doch langsam immer klarer hervorscheinen: Will man im deutschsprachigen Medienumfeld ( TV ) objektive, neutrale Informationen bekommen, so können diese nur, wenn auch nur in Teilen, bei ARTE oder SERVUS abgerufen werden. Nach wie vor hat es mich sehr gefreut meinen „alten“ Freund Heribert Prantl wiedererkannt zu haben!

 

In dieser Deutlichkeit seiner Meinungsäußerung werden wir Heribert Prantl in den deutschen Mainstreammedien allerdings niemals zu sehen bekommen.

Vielleicht liege ich in einigen meiner geäußerten Annahmen falsch, so bin ich trotz allem davon überzeugt, dass Heribert Prantl seine grundlegende Überzeugung niemals geändert hat und ich schätze ihn, nach wie vor, als einen herausragenden Journalisten. Nur die SZ sollte er in einem letzten Akt ganz hinter sich lassen. Dann würde er vielleicht den Satz, der von mir im Text der Berliner Zeitung unterstrichen wurde, so nicht wiederholen. Denn gerade die von ihm gescholtenen Querdenker waren doch bisher die einzige nennenswert und öffentlich auftretende Präsenzgruppe gegen die Freiheitseinschränkungen der Politiker, die er doch so vehement selbst verurteilt. Und nur zu diesem Zweck, nämlich gegen die Grundgesetzverletzungen, traten und treten die Querdenker auf und gegen nichts anderes. Ich muss es wissen, ich war am 29.08.2020 in Berlin mit dabei!

Also bitte anschauen unter:

 

https://www.youtube.com/watch?v=LuSk4PnemGg

 

Und sollten Sie nun Geschmack nach einer weiteren, glaubwürdigen Information zum Komplex: „Corona“ bekommen haben, so schauen Sie bitte eine weitere Sendung, diesmal des Österreichischen Regionalsenders: RTV – Österreich“ an.

 

https://www.youtube.com/watch?v=LsXM502SpiU

 

Diese Intensität und gespürte Glaubwürdigkeit werden Sie so schnell nicht vergessen.

Also: „Auf geht’s zur Beschaffung objektiver und neutraler Erkenntnisse, die über mittelfristige Zeiträume zu einer gefühlt inneren Ausgeglichenheit führt, ganz im Sinne Eisenhauers, der die Sorgen seiner Mitbürger stets – außen – in seine Hände nahm und sie versuchte zu lösen, ihnen aber niemals – innen – Zutritt gewährte.

 

So bleibt man gesund, vital, effektiv und zufrieden – bis ins hohe Alter.

 

 

                                      A R C H I V   B E R I C H T E

Aus Kapazitätsgründen musste ich alle, weiter unten stehenden Beiträge, eben auf dieser Liste zusammenfassen. Sollte Sie einer von diesen Berichten interessieren, so schreiben Sie mir einfach eine mail, und ich schicke Ihnen dann diesen Beitrag zu:

info@netvent.de

  1. Der Weg zu einer unvergesslichen Begegnung.pdf

  2. Geheimnisse des Universums.pdf

  3. CERN - Forscherin – Universum.pdf

  4. Der freie Wille.pdf

  5. Rating Agenturen.pdf

  6. Prüfungsfragen Anthrop. Psychologie.pdf

  7. Buch – Skatclub.pdf

  8. (15.3.1.1.2.) Kant-Interpretation Grundlegung 395-396.pdf

  9. Cholesterin - der große Bluff.pdf

   10. Über 500 Wissenschaftler widersprechen These vom

          „menschengemachten Klimawandel“.pdf

    11. Wir Klimalügner.pdf

    12. Mausfeld_Die_Angst_der_Machteliten_vor_dem_Volk.pdf

    13. Prof. Mausfeld.pdf

    14. George Soros will Europa zerstören.pdf15.

    15. Wahrhaftigkeit und Politik.pdf

    16. Wie Geld entsteht.pdf

    17. Nie vergessen - Julian Assange.pdf

    18. Geld - und seine dunklen Seiten.pdf

    19. Zuwanderung

           19.1 Zuwanderung.pdf,

           19.2 Zuwanderung 2.pdf,

           19.3 Zuwanderung 3.pdf,

           19.4 Reden zur Souveränität der BRD.pdf

   20. Russlands Blickwinkel.pdf

   21. Die letzte Bastion.pdf

   22. 70 Jahre Terror.pdf

   23. Die Impf – Lüge.pdf

   24. ARD als Flaggschiff.pdf

   25. Bettenabbau in Krankenhäusern.pdf

   26. Aussagen der Eliten.pdf

   27. Prof. Dr. Stefan Hockertz, Immunologe und Toxicologe.pdf

   28. Martin Wehrle.pdf

   29. Hopkins oder Schweiz.pdf

   30. Die Meister der Zahlen.pdf

   31. kenFM – Sammlung.pdf

   32. Die Corona Kohorte.pdf

   33. Manipulation nach Chomsky.pdf

   34. Doping in Russland.pdf

   35. NWO bei KenF.pdf

   36. Dissertation Masken.pdf

   37. Besatzungsrecht BRD.pdf

  1. Euromomo.pdf

  2. Pawlosche Hunde.pdf

  3. Referent über Corona.pdf

  4. Koexistenz mit Viren.pdf

  5. Ullrich Mies.pdf

  6. Quetzalcoátl und Corona.pdf

  7. Virus – Angst.pdf

  8. Polizeiauflösung in USA.pdf

  9. Der wahre Hintergrund.pdf

  10. ARD und Popp.pdf

  11. VerAppelung der Bürger.pdf

  12. FAZ und mwgfd.pdf

  13. Monsantostudien.pdf

  14. WHO und Lobbyisten.pdf

  15. Der Weg aus der Angst.pdf

  16. mwgfd.pdf

  17. Plandemie.pdf

  18. Fetisch CO2.pdf

  19. Der Panik – Verbreiter.pdf

  20. Zahlensalat.pdf

  21. Selbstermächtigung.pdf

  22. Impfrisiko.pdf

  23. Positiv oder krank.pdf

  24. Lockdown bei Illner.pdf

  25. Impfkrieg.pdf

  26. Wie funktionieren Talkshows?
  27. "Berlin invites the world"
  28. Reichstag - da war doch was?
  29. Nostradamus am Reichstag.pdf
  30. Politiker in Talkshows.pdf
  31. München am 12. September 2020.pdf
  32. Olaf Scholz und Wirecard.pdf
  33. Eric Gujer und Corona.pdf
  34. Hungertod.pdf
  35. Hausmitteilung.pdf
  36. Übersterblichkeit.pdf
  37. Enttarnung.pdf
  38. Deutschland hat bereits eine Reichensteuer.pdf
  39. Ein neuer Lockdown.pdf
  40. 58 Minuten innehalten.pdf
  41. Charles Koch - der Milliardär und die US Politik.pdf
  42. Preis der Freiheit.pdf
  43. Bitte - bitte Dokumentation.pdf
  44. Wer beherrscht die Welt.pdf
  45. Spaltung des Volkes.pdf
  46. mRNA.pdf
  47. Ein Weckruf zum Wohle unserer Kinder.pdf
  48. LMU - Coronastatistik.pdf
  49. Waffenstillstand.pdf
  50. Profiteure des Lockdown.pdf
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  52. Die Krankheitsdividende 1 von 4.pdf
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  54. Black Rocks Angriff auf die Rente.pdf
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© Hans-Werner Dünnebacke